Backup Strategie für portable Rechner
Da vor 2 Tagen wieder mal eine Festplatte in meinem MacBook sich verabschiedet hat, denke ich ist es mal wieder an der Zeit zu mehr Backups auf zu rufen! Und ja, ich hatte von allem Backups, es kam zu keinem Datenverlust trotz Totalausfall.
Der hier aufgezeigte Weg arbeitet bewusst nicht mit inkrementellen Backups, da diese für mich als Einzelperson einfach nicht notwendig sind. Außerdem ist der Prozess nicht wirklich per Cronjobs automatisiert, da ich nie weiss, wann der Rechner in der Nähe der Backupplatten ist.
Die Ausstattung
- 1x interne 160 GB 2,5″ Festplatte, die Systemfestplatte
- 2x externe 250 GB Festplatten, per Firewire angeschlossen
- 1x externe 2,5″ 160 GB Festplatte, per USB angeschlossen
- 1x DVD Brenner
Eine der 250 GB Festplatten ist für das tägliche synchronisieren der Arbeitsdateien zuständig und hält immer den aktuellen Stand der sich ändernden Dateien. Die zweite 250 GB Festplatte hat eine 160 GB Partition, auf dieser wird das komplette System gespiegelt. Bei einem Totalausfall kann man so schnell von dieser starten und hat eigentlich keinen Nennenswerten Zeitverlust (nur portabel ist das ganze nicht mehr). Aus diesem Grund gibt es noch eine 2,5″ Festplatte im externen Gehäuse, die auch das komplette System gespiegelt vorhält. Diese kann man dann bei Gelegenheit einbauen und hat ein wieder lauffähiges System, während die alte Festplatte auf dem Weg zum Hersteller ist.
Alle paar Wochen gibt es noch ein Backup auf DVD, man weiss ja nie, wenn z.B. doch mal ein Blitz über den Überspannunggsschutz kommt.
Tägliche Sicherungen
Die täglichen Sicherungen erledige ich mit arRsync. Sobald man ins Bett geht, ist es kein großes Problem das Backup an zu werfen und den Rechner seine Arbeit verrichten zu lassen. arRsync ist eigentlich nur eine GUI für das bekannte rsync. Der Vorteil ist eigentlich nur das man komfortabel seine Backupsets verwalten kann und eine Statusbar hat, kann man also im Notfall auch verzichten. Ich benutze auch bewusst keine Scripts die den Backupprozess starten, sobald z.B. die Backup-Festplatte gemountet wurde. Der ganze Prozess ist sehr Festplattenintensiv und stört meistens dann, wenn etwas fertig werden soll.
Täglich gesichert wird folgendes:
- Arbeitsordner
- Adressbuch
- Yojimbo
- Vienna (ich möchte meine RSS-Feeds nicht wieder zusammensuchen)
- MAMP
- Mails
- mein Downloadordner
- Musikordner
- Schreibtischordner
- iCal
- TimeLog (wäre schlecht wenn abgerechnete Zeiten nicht auf die Rechnung kämen)
- Schriftenordner
Somit habe ich meine täglichen Änderungen erschlagen und kann mit ruhigem Gewissen jedem Festplattencrash die Stirn bieten.
Wöchentliche Sicherung
Die wichtigen Daten sind nun gesichert, aber ein Crash kommt meist dann, wenn man etwas Wichtiges fertig bekommen muss. Da kann so eine System Neuinstallation mit der Installation aller Programme schon einen halben Tag kosten.
Deswegen wird das komplette System mit SuperDuper! auf eine externe Festplatte geclont. Alternativ kann man natürlich das bekannte Carbon Copy Cloner verwenden. Auf der externen ist eine Partition die genau so groß wie die interne ist. Dies reicht schon mal, um im Worst-Case sofort von dieser starten und weiter arbeiten zu können. Arbeitsdateien kann man dann von der täglichen Sicherung nachziehen und ist sofort wieder auf dem neusten Stand.
Zusätzlich dazu klone ich das System noch auf eine externe 2,5″, die haargenau die gleiche wie die interne ist. So kann man bei Gelegenheit die interne mit einer funktionierenden austauschen und hat wieder einen portablen Rechner.
Alle paar Monate
Jetzt hat man alle wichtigen Daten mehrfach gesichert und es kann eigentlich nicht mehr groß was passieren. Für den Fall der Fälle backupe ich noch so Sachen wie die Arbeitsdateien und Fotos alle paar Monate auf DVDs, falls doch mal was eintritt was man sich nicht ausmalen kann.
Dank Diskspanning ist es kein Problem einen 25 GB Ordner auf mehrere DVDs verteilt zu brennen. Ich verwende dazu Toast Titanium, aber auch Disco unterstützt dies. Wer noch andere Brennprogramme kennt die dies unterstützen kann dies gerne in den Kommentaren hinterlassen.
Neu: Onlinebackups
Ich teste zur Zeit den Onlinebackup-Dienst mozy. Dort bekommt man 1 GB im kostenlosen Packet.
Das eigene Tool sichert die eingestellten Daten sobald der Rechner 30 Minuten nicht verwendet wurde in der Standardeinstellung. An sich eine sichere Sache, nur gehöre ich noch zu den Leuten die trotz verschlüsselter Übertragung und Sicherung nicht gerne ihre privaten Daten auf den Servern anderer Leute wissen möchten. Erschwerend kommt noch der geringe Upstream trotz DSL 6000 hinzu, was die ganze Sache für z.B. Arbeitsdateien und andere große Daten unsinnig macht.
Zusammenfassung
Natürlich muss man nicht diese Backup-Paranoia teilen, aber man sollte vielleicht doch darüber nachdenken ab und zu die wichtigsten Daten zu sichern. Der Tag wo man es ansonsten bereut wird kommen, das hat die Erfahrung gezeigt.
Andre, am 1. October 2007 um 20:07 Uhr
Johanne, am 2. December 2010 um 18:21 Uhr